Straflosigkeit bei Beratung und medizinischer Indikation

Damit eine Abtreibung straflos bleibt, muss die Frau innerhalb von zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode schriftlich geltend machen, sie befinde sich in einer Notlage. Daraufhin hat die Ärztin oder der Arzt mit ihr ein eingehendes Gespräch zu führen und sie zu beraten. Eine Abtreibung darf nur durch eine zur Berufsausübung zugelassene Ärztin oder einen zur Berufsausübung zugelassenen Arzt vorgenommen werden.

Beratungsgespräch

Das Gesetz in der Schweiz verlangt als Voraussetzung für eine straflose Abtreibung ein eingehendes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Dabei soll die Frau auch über die gesundheitlichen Risiken der Abtreibung aufgeklärt werden. Sie muss schliesslich mit Unterschrift bestätigen, dass sie in einer Notlage ist und ein Verzeichnis mit Beratungsstellen erhalten hat, die im Schwangerschaftskonflikt Hilfe anbieten. Die Schwangere muss zudem auf die Möglichkeit hingewiesen werden, das Kind zur Adoption zu geben.

Medizinische Indikation

Eine Abtreibung ist schliesslich auch straflos, wenn sie nach ärztlichem Urteil notwendig ist, damit von der schwangeren Frau die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren psychischen Notlage abgewendet werden kann. Die Gefahr muss umso grösser sein, je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist (Art. 119 Abs. 1 StGB zum straflosen Schwangerschaftsabbruch).